• Volkskrankheit Rückenschmerzen

    Rückenschmerzen zählen mittlerweile zu den Volkskrankheiten. 22 % der Frauen und 15% der Männer in Deutschland leiden bereits unter chronischen Rückenschmerzen. Jeder vierte Einwohner Deutschlands konsultiert deshalb mindestens einmal im Jahr einen Arzt, oftmals auch deswegen, weil sich die Rückenschmerzen zu chronischen Schmerzen entwickeln. Doch was sind die Auslöser?

    Zunächst muss festgehalten werden, dass es sich bei Rückenschmerzen nicht um eine Krankheit, sondern ein Symptom handelt. 80% der chronischen Rückenschmerzen sind auf Bewegungsmangel zurückzuführen. Die Ursachen können dabei vielfältig sein. Bewegungsmangel, Stress, Verschleisserscheinungen, seelische Belastungen oder auch einseitige Belastungen. Besonders Bewegungsmangel ist ein ernstzunehmendes Problem, denn es gilt: Was nicht benutzt wird, baut sich ab. So kann am Zustand des Rückens abgelesen werden, wie aktiv und beweglich eine Person ist. Doch auch Stress kann Rückenschmerzen auslösen. Unser vegetatives Nervensystem reagiert auf Stress mit einer Erhöhung des Muskeltonus, also der Muskelspannung. Wird durch entsprechende Entspannungsmassnahmen dieser Tonus nicht wieder gesenkt, kann dies in eine schmerzende Verspannung umschlagen. Die Muskeln verhärten und ziehen an den Ansatzpunkten der Sehnen. Das Zusammenspiel ist gestört, es entsteht eine Dysbalance, welche Schmerzen verursacht. Auch die Bandscheiben werden oft im Zusammenhang mit Rückenschmerzen erwähnt. Damit die Bandscheiben elastisch bleiben, müssen diese regelmässig beansprucht, also gequetscht werden. Nur dadurch können Gewebsflüssigkeit und Nährstoffe in diese hineinströmen. Fehlt aber die Bewegung, geht folglich auch die Elastizität verloren und führt zu einer Lockerung der Bänder und Muskeln. Dieser Prozess begünstigt starke Schmerzen. Allerdings sind nur 2-3% aller Rückenschmerzen auf Bandscheibenvorfälle zurückzuführen.

    Wie kann man am besten Rückenschmerzen vorbeugen? Eine schwach ausgeprägte Rumpfmuskulatur hat zur Folge, dass Muskeln, welche den Körper in einer aufrechten Position halten sollen, überlastet sind. Als Folge dessen verhärten diese. Durchblutung und Stoffwechsel verschlechtern sich, es kommt zu Schmerzen. Der Rücken benötigt Bewegung. Am besten so viel wie möglich. Dabei ist es fast egal welche Form der Bewegung gewählt wird. Ein aktiver Alltag wirkt ebenfalls positiv: Treppensteigen, Radfahren, Nordic-Walking und Krafttraining. Beim Krafttraining ist darauf zu achten, dass zunächst abgeschwächte Muskeln auftrainiert werden. Andernfalls könnten muskuläre Dysbalancen verstärkt werden. Deshalb ist es ratsam, Übungen von Experten wie z.B. Sportwissenschaftlern auswählen zu lassen.

    Zusammenfassung aus: Antje Brunnabend: Es ist ein Kreuz. Stern 2/2016

Comments are closed.