• Sport zur Depressionsbehandlung

    Sport ist fast gleich wirksam wie Psychotherapie und Medikamente

    Jeder fünfte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Depression. Dabei können Depressionen bereits im Jugend- und frühen Erwachsenenalter auftreten und chronisch werden. Dies hat neben gesundheitlichen auch ökonomische Folgen: So entstehen in der Schweiz pro Jahr Kosten in Höhe von ca. 10 Milliarden Franken. In diesem Zusammenhang wird oftmals diskutiert, ob regelmässige körperliche Betätigung den Betroffenen helfen kann, sich besser zu fühlen. Neben der Psychotherapie finden sich in der Literatur mittlerweile Hinweise darauf, dass auch Bewegung und Sport ein erfolgsversprechender Ansatz in der Behandlung von Depressionen ist. In der im Jahr 2009 veröffentlichten Studie Exercise for depression (Cooney et al., 2009) wird darauf hingewiesen, dass durch sportliche Betätigung vergleichbare Resultate erzielt werden können, wie mit Antidepressiva oder auch einer Psychotherapie. Ebenso wird erwähnt, dass Bewegungstherapie den jeweiligen Kontrollgruppen in der Reduktion “depressiver Symptomatik” überlegen ist.

    Doch wie umfangreich und intensiv muss trainiert werden, um einen Erfolg zu erzielen? Und was ist besser geeignet –  Krafttraining oder Ausdauertraining? Basierend auf einer Metaanalyse kann folgende Empfehlung gegeben werden: Moderate körperliche Aktitivät im gemischten aeroben-anaeroben Bereich mit einem Umfang von 2 Einheiten à 20-30 Minuten pro Woche genügen meist für einen nachweisbaren antidepressiven Effekt. Besonders bei untrainierten Personen, sowie schwer depressiven Personen zeige sportliche Betätigung eine signifikante Wirkung. Generell bestehen jedoch kaum Unterschiede in der Effektivität zwischen Ausdauersport und Kraftsport.

    Als Fazit kann demnach Folgendes festgehalten werden:

    Sportliche Betätigung  besitzt eine prophylaktische und eine therapeutisch-antidepressive Wirkung, da die Stressresistenz verbessert wird. Sportliche Betätigung wirkt ähnlich antidepressiv wie die Durchführung einer Psyochtherapie oder auch Antidepressiva. Empfohlen wird ein regelmässig durchgeführtes Training im aerob-anaeroben Bereich bei mittlerer Intensität mit 2-3 Einheiten pro Woche. Dennoch sollte Bewegungstherapie neben den Säulen Medikation und Psychotherapie die Behandlung nicht ersetzen, sondern ergänzen.

    (Quelle: InFo NEUROLOGIE & PSYCHIATRIE 2015; Vol. 13, Nr.3)

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